RECHERCHE:
"Promoting im Internet- was es kostet- was es
bringt"
von Martin Richter mrichter@factsoft.de
Was kostet ein Webseiten-Besucher?
Alles läßt sich kaufen, auch Webseiten-Besucher.
Im Jahr 2002 wurde im Auftrag der Deutschen
Bank untersucht, wieviel damals für jeden
auf die Seite gelotsten Besucher bezahlt oder
verlangt wurde: das waren in Deutschland durchschnittlich
über 3 DM, in USA eindeutig unter 1 DM.
Für angemessen wurde ein Betrag um die
1,50 DM gehalten. Aktuell bekommt man 1000 Bannereinblendungen
je nach Lage der Dinge für zwischen 10
DM und 100 DM, sprich für 1-10 Pfennig
pro Einblendung. Klickraten variieren zwischen
knapp 1 % und in den allerbesten aber seltensten
Fällen auch mal 10 %. Damit kostet der
Besucher der beworbenen Seite im seltensten
und besten Fall 10 Pfennig, im schlechtesten
Fall 10 Mark.
Rechnet sich Bannerwerbung?
Im Rahmen dieser Betrachtungen läßt
sich ableiten: Sofern jeder 100ste Seitenbesucher
ein Kunde wird, müssen für die Bannerwerbung
zwischen 10 Mark und 1000 Mark als Akqusitionskosten
kalkuliert werden. Oder andersherum: ist es
wirtschaflich zu vertreten, für die Akquisition
einer Geschäftsbeziehung 50 DM aufzuwenden,
dürfen bei einer Erfolgsquote von 1 Promille
pro auf die Seite gelotsten Benutzer nur 5 Pfennig
ausgegeben werden, bei einer Quote von 1 Prozent
immerhin schon 50 Pfennig. Die Kosten für
Bannerwerbung dürften daher nur in den
seltensten Ausnahmefällen unter den zu
erwartenden Einnahmen liegen.
Wieviele Besucher bringt ein Suchmaschinenlisting?
Es ist sinnvoll, sich ein paar Zahlen vor Augen
zu halten. Die statistische Wahrscheinlichkeit,
mit einem Begriff, der 200 Tausend Mal in einer
Suchmaschine gefunden wird, auf der ersten Seite
gelistet zu werden, ist etwa 1:20.000, das entspricht
der Wahrscheinlichkeit eines mittleren Lottogewinns.
Auf der Habenseite bedeutet das Listing auf
der ersten Seite z. B. bei Excite grob über
den Daumen rund 500 Besucher täglich. Das
Listing auf der 2. Seite bedeutet dann noch
rund 250 Besucher, 125 sind es auf der 3. Seite
und so weiter. Das sind die allergröbsten
Eckwerte.
Wie groß ist das Besucherpotential
einer Webseite?
Nicht jeder Internetauftritt wird aus der Natur
des Inhalts identische Erfolge erzielen können.
Anhaltspunkte für den theoretisch möglichen
Erfolg einer Seite lassen sich ableiten, indem
man die Anzahl der Fundstellen des angebotenen
Produkts in Suchmaschinen scannt. Nehmen Sie
eine Anzahl von Begriffen, die Ihr Angebot sinnvoll
beschreiben, und notieren Sie die Anzahl der
Fundstellen. Berechnen Sie daraus den Mittelwert
und teilen Sie diesen durch 10.000. Das ist
eine grobe Faustregel, mit der das Potental
Ihres Angebots ermittelt werden kann. Haben
Sie täglich erheblich weniger Besucher,
als dieser Wert ergibt, sind Ihre Seiten eher
unterdurchschnittlich erfolgreich; haben Sie
erheblich mehr Besucher, dann haben Sie entweder
Glück gehabt, viele Stammbesucher, ein
bekanntes Produkt oder Namen oder vielleicht
auch tatsächlich bereits eine erfolgreiche
Suchmaschinenregistrierung erreicht.
Stabilisierungseffekte durch Stammbesucher
Die Besucheranzahl wächst am stabilsten,
wenn Sie es schaffen, einen großen Anteil
an Erstbesuchern dazu zu veranlassen, Ihre Seite
erneut zu besuchen. Einfache und auch realisierbare
Ideen hierzu werden an anderer Stelle einmal
ausgeführt. In der Tat sind es gerade Stammbesucher,
die eine dauerhafte und überproportionale
Steigerung der Besucherzahlen verursachen. Zum
einen Bookmarken oder merken diese sich die
Adresse, zum anderen sind es diejenigen, die
durch Weiterempfehlung, auch auf eigenen Webseiten
für eine effektive Verankerung Ihrer Seiten
im Internetdschungel sorgen. Anders betrachtet
kann man sagen, daß eine Seite, die keine
Attraktivität für Stammbesucher hat,
auch bei aktuell sehr guter Suchmaschinenplazierung
kaum mit einem dauerhaften Erfolg rechnen kann.
Suchmaschinen contra Bannerwerbung
In den USA findet man häufig ganze Abteilungen,
die für optimale Suchmaschinenplazierungen
zuständig sind. Dort wird die Plazierung
in Suchmaschinen weniger als eine einmalige
Aktion, vielmehr als eine permanent zu erfüllende
und zu kontrollierende Aufgabe angesehen. Aus
der Tatsache, daß Bannerwerbung in den
USA um rund 2/3 günstiger ist als in Deutschland,
kann plausibel abgeleitet werden, daß
die Aktivität zur Optimierung von Suchmaschinenergebnissen
in Deutschland der Bannerwerbung kostenmäßig
wenigstens um den Faktor 3 überlegen sein
muss.
Wie Suchmaschinenpräsenz funktioniert
Zum ersten: der technische Teil, nämlich
die tatsächliche Durchführung der
einzelnen Registrierungen ist der bei weitem
geringste Aufwand. Hierfür gibt mehr oder
weniger gute Programme, und es gibt auch nicht
viele Suchmaschinen, die wirklich interessant
sind. Mit Einträgen in 10 Datenbanken werden
mehr als 90 % aller im Internet durchgeführten
Suchabfragen bedient. Tatsächlich liegen
die Aufgaben im technischen und inhaltlichen
Bereich: wie sollten die Internetseiten gestaltet
und strukturiert sein; welche technischen Vorgaben
sind zu beachten; über welche Suchabfragen
finden die Besucher zum gewünschten Produkt;
und: wie werden die verschiedenen Scanalgorythmen
der wichtigen Suchmaschinen berücksichtigt.
Das ist nur ein kleiner Teil der auftauchenden
Fragestellungen, die schon in der Startphase
eines Internetauftritts geklärt werden
sollten.
Schluss
Ein beliebiges Herumsuchen auf Internetseiten
zeigt, daß bereits bei der technischen
Umsetzung fast immer handfeste Fehler gemacht
werden. Die inhaltliche Erfolgsanalyse des Suchmaschinenerfolgs
ist etwas, was sich im deutschsprachigen Internetmarkt
noch nicht im Ansatz durchgesetzt hat.
- Preis und Nutzen
von Bannerwerbung
- Promoting im Internet
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